Axel Lilienblum & Anna Koch: Du hast mich auf dem Balkon vergessen

Seit einiger Zeit befindet sich das Buch „Du hast mich auf dem Balkon vergessen“ in den Charts. Worum es dabei geht, ist schnell erklärt mit der Webseite SMS von gestern Nacht. Dort kann jeder, der in der Nacht skurille Nachrichten von seinen – meist  betrunkenen – Freunden erhalten hat, diese posten. Und ich muss sagen, es sind wirklich verdammt witzige dabei. Ob auch alle echt sind, das weiß keiner. Wobei ich mir bei manchen gedacht habe, die sind so gut, die kann man sich ja fast nicht ausdenken.

Axel Lilienblum und Anna Koch haben die Seite ins Leben gerufen und sich nach einiger Zeit gedacht: Warum die besten Sprüche nicht auch als Buch veröffentlichen? Gesagt, getan. Auch das das Papierformat ist eingeschlagen wie eine Bombe und hat die Charts erobert.

Witzig ist es allemal. Die beiden haben sich wirklich Mühe gegeben die allerbesten SMS auszuwählen. Spaß macht das Buch am meisten, wenn man die SMS vorlesen kann, netter Gesprächsstoff zum Beispiel für eine Party oder einen Abend mit Freunden. Schade ist nur, dass man schnell durch das Buch durch ist und dann ist der Witz auch schon vorbei. Naja, vielleicht hat man die Sprüche ja in drei, vier Jahren wieder vergessen und kramt das Buch dann zu einer passenden Gelegenheit wieder raus.

Und hier eine kleine Kostprobe:

3:25
Alter, ich bin so voll … Grad auf dem Weg nach Hause! Wo bist du?
3:27
Auf dem Rücksitz!?

23:40
Falls meine Freundin fragt, ich schlaf heut Nacht
bei dir, hier gehts ab wie Sau! 🙂
23:53
Dasselbe hat sie mir eben auch geschrieben.

Fazit:

Definitiv witzig, hat allerdings nur eine kurze Haltwertzeit. Kann, muss aber nicht.

Infos:

Das Buch „Du hast mich auf dem Balkon vergessen“ von Axel Lilienblum & Anna Koch ist als Taschenbuch bei Rowohlt (rororo) erschienen.

284 Seiten

Preis: 8,99 €

ISBN: 978-3499626944

Leseprobe bei Rowohlt

Die Charts 16/2011 – Taschenbuch

Auch bei den Taschenbüchern tut sich in der Woche fast nichts. Allein der Titel „Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung?“ steigt wieder von Platz 7 in die Top 5. Ein guter Grund das Buch in den nächsten Tagen zu besprechen. Meine Allgemeinbildung ist schon getestet. Was uns das Buch bringt und was nicht, das stelle ich am Freitag vor.

Belletristik

1. Dan Brown: „Das verlorene Symbol“ ↔

2. David Nicholls: „Zwei an einem Tag“ ↔

3. Jo Nesbø: „Leopard“ ↔

4. Monika Peetz: „Die Dienstagsfrauen“ ↔

5. Simon Beckett: „Tiere“  ↔

Sachbuch

1. Stéphane Hessel: „Empört euch“ ↔

2. Manfred Lütz: „Irre – wir behandeln die Falschen“ ↔

3. Ranga Yogeshwar: „Ach so!“ ↔

4. Axel Lilienblum & Anna Koch: „Du hast mich auf dem Balkon vergessen“

5. Martin Doerry & Markus Verbeet: „Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung?“ ↑ (7)

Quelle:

spiegel.de

Die Charts 15/2011 Taschenbuch

Belletristik

1. Dan Brown: „Das verlorene Symbol“ ↔

2. David Nicholls: „Zwei an einem Tag“ ↑ (5)

3. Jo Nesbø: „Leopard“ ↔

4. Monika Peetz: „Die Dienstagsfrauen“ ↔

5. Simon Beckett: „Tiere“ ↓ (2)

Sachbuch

1. Stéphane Hessel: „Empört euch“ ↔

2. Manfred Lütz: „Irre – wir behandeln die Falschen“ ↔

3. Ranga Yogeshwar: „Ach so!“ ↔

4. Axel Lilienblum & Anna Koch: „Du hast mich auf dem Balkon vergessen“ ↔

5. Elfride Vavrik: „Nacktbadestrand“

Quelle:

spiegel.de

buchreport.de

Simon Beckett: Tiere

Bisher hatte ich von Simon Beckett nur „Die Chemie des Todes“ und „Kalte Asche“ gelesen. Beide Thriller sind aus der „David-Hunter-Reihe“. Das heißt Protagonist und Mitaufklärer der Fälle ist der forensische Anthropologe David Hunter. Mit beiden Büchern hatte Beckett großen Erfolg und auch ich fand sie faszinierend. Simon Beckett versteht es den Leser besonders am Anfang blitzschnell in die Handlung hineinzuziehen und zu schockieren. Außerdem schafft er es einen bis zum Schluss zu fesseln.

„Tiere“ ist wie die anderen Bücher von Beckett nicht sehr dick. Rund 280 Seiten. Da müsste man eigentlich denken, dass Beckett es schaffen könnte auch dieses Mal bis zum Schluss zu begeistern. Um das Fazit vorwegzunehmen, es hat nicht geklappt. Das soll nicht heißen, dass das Buch nicht gut ist.

Der Anfang ist unglaublich verstörend. Sofort steckt man drin und will mehr erfahren. Mehr wissen über diesen kranken Nigel, der Menschen wie Tiere in Käfigen in seinem Keller hält. Mehr wissen über die Umstände, das Warum? Hier schafft es Beckett wieder einmal die Neugier, den Voyeurismus der Leser zu entflammen.

Man erfährt Nigel hatte es nie leicht. Schon als Kind war er Außenseiter. Mit seinen Eltern, die mittlerweile verstorben sind, hat ihn auch nicht viel verbunden. Und wie sollte es anders sein. Auch in seinem jetztigen Job ist er nicht gerade der beliebteste. Erst als zwei Kolleginnen erfahren, dass er in einem Pub wohnt, wird er interessant und an einem Feiertag statten sie ihm einen Besuch ab.

Bis dahin war ich gefesselt. Ich mag Becketts Art zu schreiben. Klar, spannend, fesselnd, irgendwie anders. Seine Figuren haben ein ganz scharfes Profil, sind lebendig. Trotzdem finde ich hat er es diesmal nicht geschafft den berühmten Spannungsbogen bis zum Ende zu halten. Nach etwa 2/3 des Buches plätschert die Handlung dahin, auch den Schluss fand ich wenig aufschlussreich. Irgendwie fehlt etwas.

Simon Beckett selbst sagt im Vorwort seines Buches, dass er mit „Tiere“ sein bösestes Werk geschaffen hat. Das mag zwar stimmen, wenn man sich seine Idee betrachtet, doch im Vergleich zu seinen anderen Thrillern fällt er meiner Meinung leider ab.

Die Raymond Chandler Society hat das aber anders gesehen und das Buch 1995 mit dem „Marlowe“ als „Besten internationalen Spannungsroman“ ausgezeichnet. Es ist die erste Auszeichnung, die Simon Beckett bisher erhalten hat. Das Buch ist im Original 1995 unter dem Titel „Animals“ erschienen.

Von mir erhält „Tiere“ von Simon Beckett  7 von möglichen 10 Punkten. Es ist spannend und gute Unterhaltung für Zwischendurch, allerdings fehlt mir das gute aufschlussreiches Ende.

Bewertung:

7/10

Der Autor:

Simon Beckett wurde 1968 in Sheffield, England, geboren. Nach seinem MA in Englisch arbeitete er unter anderem als Hausmeister, Lehrer in Spanien und Schlagzeuger bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Zunächst schrieb er als Journalist für verschiedene englische Zeitungen. Während der Arbeit erhielt er Einblick in die Arbeit der Polizei, was er in seinen Büchern verarbeitet.

Sein erstes Buch „Voyeur“ (Original: „Fine Lines“) erschien 1994 in England und wurde in Deutschland erst 2010 veröffentlicht. Den Durchbruch schaffte er 2006 mit dem ersten Band der David-Hunter-Reihe „Die Chemie des Todes“ (Original: „The Chemistry of Death“).

Seine Romane wurden weltweit rund sieben Millionen Mal verkauft und in 28 Sprachen übersetzt. Simon Beckett ist verheiratet und lebt derzeit in seiner Geburtsstadt.

Bisher hat er acht Bücher sowie eine Kurzgeschichte veröffentlicht, die alle ins deutsche übersetzt wurden.

Quelle: simonbeckett.com

Infos:

Der Thriller „Tiere“ von Simon Beckett ist als Taschenbuch bei Rowohlt (rororo) erschienen.

284 Seiten

Preis: 9,99 € (Österreich: 10,30€)

ISBN: 978-3-499-24915-0



Die Charts 14/2011 Taschenbuch

Belletristik

1. Dan Brown: „Das verlorene Symbol“ ↔

2. Simon Beckett: „Tiere“

3. Jo Nesbø: „Leopard“ ↑ (4)

4. Monika Peetz: „Die Dienstagsfrauen“ ↓ (3)

5. David Nicholls: „Zwei an einem Tag“  ↑ (6)

Sachbuch

1. Stéphane Hessel: „Empört euch“ ↔

2. Manfred Lütz: „Irre – wir behandeln die Falschen“ ↑ (3)

3. Ranga Yogeshwar: „Ach so!“ ↓ (2)

4. Axel Lilienblum & Anna Koch: „Du hast mich auf dem Balkon vergessen“ ↔

5. Martin Doerry & Markus Verbeet: „Wie gut ist ihre Allgemeinbildung“ ↑ (6)

Quelle:

spiegel.de

Die Charts 13/2011 – Taschenbuch

Belletristik

1. Dan Brown: „Das verlorene Symbol“

2. Simon Beckett: „Tiere“

3. Monika Peetz: „Die Dienstagsfrauen“

4. Jo Nesbo: „Leopard“

5. Joy Fielding: „Im Koma“

Sachbuch

1. Stéphane Hessel: „Empört euch“

2. Ranga Yogeshwar: „Ach so!“

3. Manfred Lütz: „Irre – wir behandeln die Falschen“

4. Axel Lilienblum & Anna Koch: „Du hast mich auf dem Balkon vergessen“

5. Justyna Polanska: „Unter deutschen Betten“

Quelle: spiegel.de (28.03. 2011)