Das Tagebuch der Anne Frank als Graphic Novel


Vor kurzem wurde wieder Anne Frank gedacht, denn im Juni wäre sie 90 Jahre alt geworden. Mit ihrem Tagebuch konnte sie Millionen von Menschen die schreckliche Zeit des zweiten Weltkrieges näherbringen. Ihre Geschichte ist nun auch als Graphic Novel herausgekommen – eine gelungene Adaption, die hoffentlich noch viele weitere interessierte Leser gewinnt.

Wenn eine Geschichte nicht in Worten, sondern in Bildern ausgedrückt wird, kommt manchmal die Kritik, dass es zu oberflächlich sei oder Comics oder eben Graphic Novels manche Geschichten nicht erzählen dürften. Das sehe ich ganz und gar nicht so. Denn gerade Bilder können viel eindringlicher sein, als Worte. Also: Warum soll man das Tagebuch der Anne Frank, das in sich schon so eindrücklich ist, auch noch als gezeichnetes Werk herausbringen? Die Antwort ist ganz leicht: Weil es großartig werden kann und so hoffentlich noch mehr Menschen die Geschichte des jungen Mädchens, das in einem Konzentrationslager getötet wurde, kennenlernen können.

Graphic Novel mit Tiefgang

Ari Folman und David Polonsky  haben es wirklich geschafft und eine wunderschöne Graphic Novel gestaltet. Besonders schön finde ich, dass sie sich entschieden haben das Buch farbig zu gestalten. Das macht die Bilder meiner Meinung nach lebendiger. Obwohl ich das Tagebuch von Anne Frank vor langer Zeit schon gelesen habe, fand ich die graphische Version noch etwas eindrücklicher und spannender. Doch seht selbst:

Anne bekommt das Tagebuch geschenkt in dem sie ihre Geschichte niederschreibt.
Anne ist krank, doch sie darf nicht laut husten, damit sie die Nazis nicht hören.

Besonders gut hat mir auch gefallen, dass Autor und Illustrator auch die kleinen menschlichen Geschichten erzählen. Wie sich die Familien langsam aber sicher in ihrem Versteck auf die Nerven gehen, die kleinen Marotten und auch eine kleine Liebesgeschichte, denn Anne verliebt sich in den Jungen der anderen Familie.

Buch und Graphic Novel zugleich

Ari Folman und David Polonsky schaffen es, sowohl dem Text von Anne Franks Tagebuch als auch den Bildern gerecht zu werden. Längere Auszüge aus den Aufzeichnungen des jungen Mädchens unterbrechen die Zeichnungen und lassen so wieder Anne Frank selbst sprechen. Die Bilder zeigen wie sie während der Jahre in Holland im Versteck gelebt haben muss. Die Kombination ist den beiden sehr gut gelungen. Text und Bild muss eine gute Graphic Novel haben. Diese ist übrigens die erste die vom Anne Frank Fonds Basel initiiert wurde.

Wer eine gute Graphic Novel lesen will, sollte zu Anne Frank greifen. Eine absolute Leseempfehlung vor allem auch für jüngere Leser.

Infos:

„Das Tagebuch der Anne Frank – Graphic Diary“ von Ari Folman und David Polonsky ist bei S.Fischer erschienen. (5. Oktober 2017)

160 Seiten

Das Hardcover (ISBN: 978-3103972535) kostet 20 Euro, das E-Book 16,99 Euro.

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