Leipziger Buchmesse 2019


Zwei große Buchmessen gibt es jedes Jahr in Deutschland. Die Frankfurter und die Leipziger. Bisher kannte ich nur die Frankfurter und von allen Seiten wurde mir erzählt, dass die Leipziger viel schöner sei. Also dachte ich mir dieses Jahr, nix wie hin und tatsächlich, ich wurde nicht enttäuscht. An zwei Tagen habe ich interessante Menschen kennengelernt, viele neue Bücher und Verlage entdeckt und am Schluss bleibt nur die Frage: Warum bin ich nur zwei und nicht vier Tage hingefahren?

Die Messe ist zwar schon ein paar Wochen her, trotzdem gibt’s noch einen kleinen Einblick von mir für alle, die nicht da waren. Allerdings war ich mit meiner Idee die Leipziger Buchmesse zu besuchen, nicht allein. An dem verlängerten Wochenende vom 21.-24. März kamen zur Messe und dem Lesefest Leipzig liest, bei dem zahlreiche Lesungen und Veranstaltungen in der Stadt selbst angeboten werden, laut dem Börsenblatt 286.000 Besucherinnen und Besucher, das sind 5,5 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. In den fünf Messehallen bewarben 2.547 Aussteller aus 46 Ländern ihre Neuerscheinungen. Was für Zahlen! Klar, dass man als Besucher nicht alles sehen kann und im ersten Augenblick von der Masse überfordert scheint. Was aber auf jeden Fall auffällt, sind die zahlreichen Cosplayer, die sich zum Teil wirklich sehr viel Mühe mit ihren Outfits geben! Wow, wirklich beeindruckend!

Autoren auf dem blauen Sofa

Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, kommt beim Eingang West rein. Nach der Garderobe und dem Einlass steht „Das blaue Sofa“ für das sich Deutschlandfunk Kultur, ZDF, Bertelsmann und 3 Sat zusammengetan haben, prominent in der Mitte, um die „wichtigsten“ Autoren der Messe in halbstündigen Interviews, die auch live gestreamt wurden, vorzustellen. Die Aufzeichnungen können noch ein knappes Jahr in der ZDF-Mediathek nachgeguckt werden oder wer lieber hört, kann das beim Deutschlandfunk Kultur. Ich bin ja leider erst am Samstag gekommen und habe deshalb Bela B., der schon am Freitag auf dem Blauen Sofa saß verpasst, dafür habe ich mir als Trost sein Debut „Scharnow“ aus Leipzig mitgenommen und das Gespräch natürlich nachgeguckt. 🙂

Fünf Messehallen – 50.000 Ideen

Die Messehallen befinden sich eine Ebene höher, es gibt gleich fünf Stück davon, in Halle 1 dreht sich alles um Manga und in den Hallen 2 bis 5 sind Verlage, Aussteller, Bühnen und vieles mehr zu finden. Da ich mir vorher keinen strickten Plan gemacht hatte – es gibt ja einige Besucher, die von Termin zu Termin hetzen – bin ich erstmal ganz gemütlich durch die Gänge geschlendert. An manchen Orten haben sich unglaubliche Schlagen gebildet, zum Beispiel wenn Sebastian Fitzek, Ralph Ruthe oder Markus Heitz ihre Signierstunde haben, auch an den Fressständen und vor allem auf den Damentoiletten muss man etwas Geduld mitbringen. Manchmal sind die Hallen überfüllt (vor allem am Samstag) und wenn gerade ein bekannter Autor gelesen hat. Manchmal verläuft es sich ein wenig, allerdings sollten Menschen, die Menschenmassen unangenehm finden, die Messe (wie übrigens die meisten Messen) meiden. Beim ersten Rundgang habe ich mir einige Lesungstermine vorgemerkt, mir Flyer von Verlagen, die mich (als angehende Autorin) interessieren mitgenommen und hier und da ein kleines Gespräch geführt.

Sebastian Fitzek war immer von vielen, vielen Menschen umringt.

Gutes Schuhwerk ist Pflicht!

Wer für die Buchmesse packt, sollte bequeme Schuhe nicht vergessen. Am Samstag habe ich es auf 19.000 Schritte gebracht, am Sonntag auf knapp 18.000, obwohl ich an beiden Tagen rund 3,5 Stunden in der Bahn gesessen bin und auch auf der Buchmesse einige Pausen eingelegt habe und bei Lesungen meistens sitzen konnte. Die Messehallen sind riesig und jeder will ja soviel wie möglich sehen, außerdem bin ich immer mal wieder zu einer bestimmten Uhrzeit zu einer bestimmten Bühne gelaufen. Es ist also immerhin auch eine sportliche Veranstaltung. 🙂

Gastland Tschechien

Jedes Jahr steht ein anderes Land im Mittelpunkt der Buchmesse. Die Leipziger Buchmesse hat in diesem Jahr Tschechien als Gastland vorgestellt und ich war etwas enttäuscht. Laut offizieller Zahlen haben 55 tschechische Autorinnen und Autoren sich uns ihre Werke bei 130 Veranstaltungen vorgestellt. Allerdings habe ich nicht viel davon mitbekommen. Es gab zwar in einer Halle einen Bereich für Tschechien, aber der viel nicht viel größer aus als der anderer Länder, vor allem der Bereich für Lesungen war winzig und auch auf den großen Bühnen habe ich leider wenig von Tschechien mitbekommen. Schade, denn ich kenne tatsächlich so gut wie nichts von der Literatur unseres Nachbarlandes. Immerhin hat der Gastauftritt auf der Buchmesse dafür gesorgt, dass es rund 70 neue Übersetzungen gibt – meine rudimentären Tschechisch-Kenntnisse reichen leider nur, um ein Bier und etwas zu essen zu bestellen, nicht für Bücher. Deshalb kann ich ja in nächster Zeit den einen oder anderen tschechischen Autor mal unter die Lupe nehmen.

Hunderte Veranstaltungen in Leipzig

Parallel zur Messe gibt es auch das Lesefestival „Leipzig liest“ in der ganzen Stadt. Dazu kann ich leider gar nichts sagen, da ich abends verabredet war und leider gar nichts geplant hatte, weil ich ja so spontan hingefahren bin. Aber auf anderen Blogs und bei #bookstagram habe ich immerhin passiv etwas mitbekommen, das mich bestärkt nächstes Jahr länger zu bleiben und besser zu planen.

Preise, Preise, Preise

Keine Messe ohne Preise. Auch in Leipzig wurden rund 20 verschiedene Preise vergeben, der wohl wichtigstes ist natürlich der Leipziger Buchpreis. In der Kategorie Belletristik ging er in diesem Jahr an Anke Stelling für „Schäfchen im Trockenen“. Ein Buch, das ich auch noch unbedingt lesen möchte und das erst diese Woche die Top Ten der Bestsellercharts erklommen hat. Das liegt aber nicht daran, dass sich viele Leser erst vier Wochen nach der Preisverleihung entschieden haben das Buch zu kaufen, sondern, dass es einfach nicht mehr lieferbar war. Ausverkauft! Das Buch ist nämlich in einem unabhängigen Verlage, dem Verbrecher Verlage erschienen und da ist es nicht so leicht Bestseller zu kalkulieren, schreibt der Tagesspiegel.

Leipziger Buchmesse 2020

Nach der Messe ist vor der Messe, heißt es ja so schön. Wer ist in diesem Jahr nicht geschafft hat, der Termin der nächsten Buchmesse in Leipzig steht schon fest: Vom 12. bis 15. März 2020 werden wieder Tausende Bücherliebhaber in die Stadt strömen und ich bin fest davon überzeugt, dass ich im nächsten Jahr wieder dabei bin. Ich hoffe, ich sehe dort viele von euch.

Weitere Informationen gibt es direkt auf der Webseite der Leipziger Buchmesse.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s